
Im Zentrum des Wandels, den Iran mit den Kriegen vom Juni 2025 und Februar 2026 in seiner Verteidigungs- und Abschreckungsdoktrin durchlaufen hat und der sich zunehmend konsolidiert, steht ein präemptiver und proaktiver Ansatz. Diesem Ansatz zufolge hat Teheran die traditionelle Auffassung, abzuwarten, bis die Bedrohung real wird und das Land einem Angriff ausgesetzt ist, um erst dann eine reaktive Antwort zu geben, weitgehend aufgegeben. Stattdessen hat sich ein Übergang zu einer strategischen Kultur vollzogen, die vorsieht, präemptive Schritte zu unternehmen, bevor sich die Bedrohung materialisiert, einen Zustand permanenter Bereitschaft zu institutionalisieren und diese Bereitschaft selbst als Instrument der Abschreckung einzusetzen. Dieser Wandel lässt sich auch als eine auf die Heimatfront und den gesellschaftlichen Raum ausgeweitete Version des Konzepts der „Vorwärtsverteidigung“ lesen, das die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) seit den 2010er-Jahren auf regionaler Ebene entwickelt hat.
Die vollständige Analyse (PDF) →
Diese Analyse wurde gemeinsam mit Çağatay Balcı verfasst und erstmals am 12.10.2026 beim İRAM veröffentlicht.