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Bemerkenswerte Einschätzung zu Raisis Tod: Chameneis Sohn war Raisis größter Rivale

Oral Toğa24. Mai 20242 Min. Lesezeit

Meine Einschätzung zu Raisis Tod gegenüber Haber 7:


Mein Gespräch mit Haber 7 über den Tod von Ebrahim Raisi

Für den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi, Außenminister Hossein Amir-Abdollahian und sechs weitere Personen, die beim Absturz ihres Hubschraubers ums Leben kamen, fand gestern in der Hauptstadt Teheran eine Trauerfeier statt. Zehntausende Iraner waren auf den Straßen Teherans. Zu den Fragen, auf die nach Raisis Tod eine Antwort gesucht wird, gehört: „Unfall oder Sabotage?“ Haber7-Reporter Yavuz Selvi sprach mit Oral Toğa, einem Wissenschaftler des Zentrums für Iranstudien. Toğa erklärte, dieses Ereignis könnte eine Folge inneriranischer Konflikte sein.

„SELBST WENN ES SABOTAGE WAR, WIRD MAN NICHT DARÜBER SPRECHEN“

İRAM-Wissenschaftler Oral Toğa sagte:

Es gab mehr Stimmen, die von Sabotage sprachen. Wenn wir uns jedoch die Geschichte der iranischen Luftfahrt und ihre technischen Möglichkeiten ansehen, können wir auch die Möglichkeit eines Unfalls nicht außer Acht lassen. Selbst der frühere Außenminister Dschawad Sarif äußerte sich sinngemäß dahingehend, dass auch die US-Sanktionen für diesen Unfall verantwortlich seien. Angesichts der gegenwärtigen Dynamiken lässt sich allerdings auch Sabotage nicht ausschließen. Der Generalstabschef erklärte, dazu sei eine Kommission eingesetzt worden, und es werde eine Untersuchung geben. Doch selbst wenn es Sabotage gegeben hat, glaube ich nicht, dass dies angesprochen und öffentlich gemacht wird. Denn wenn so etwas geschehen ist, wurde Ihre gesamte Sicherheitsbürokratie umgangen und Ihr Präsident getötet. Danach müssten Sie auch handeln.

„RAISI WAR DER STÄRKSTE KANDIDAT FÜR CHAMENEIS NACHFOLGE“

Raisi wurde nach 2017 schrittweise in den Vordergrund gerückt. 2021 wurden durch massive Eingriffe in den Wahlprozess sämtliche Konkurrenten ausgeschlossen, sodass er beinahe als einziger Kandidat übrig blieb und zum Präsidenten gewählt wurde. Es gab Analysen, wonach Raisi nach Chamenei Oberster Führer werden könnte. Mit Raisis Tod sind jedoch auch diese inneren Gleichgewichte ins Wanken geraten. Der iranische Minister für Verkehr und Stadtentwicklung erklärte sogar sinngemäß: „Es gab Leute, die wollten, dass er nur eine Amtszeit Präsident bleibt. Ich hoffe, sie sind jetzt alle beruhigt.“ Auch diese Äußerung legt die inneren Konflikte offen. In den kommenden Tagen könnten wir ähnliche Aussagen häufiger hören. Wer bildete das andere Lager? Neben Raisi wurde als zweiter Kandidat auch Modschtaba Chamenei genannt, der Sohn des Obersten Führers Chamenei. Raisi lag als Kandidat jedoch vorn.

In letzter Zeit haben wir im Iran viele Sicherheitslücken gesehen. Manche Akteure können diese Sicherheitslücken innerhalb Irans ausnutzen. Die Rhetorik der Islamischen Revolution Irans bleibt im regionalpolitischen Zusammenhang konsistent. Auch die Außenpolitik ist weitgehend auf dieser Rhetorik aufgebaut. Iran hat schon früher große Ereignisse erlebt, doch in der Außenpolitik gab es immer eine beständige Linie. Ich glaube nicht, dass Iran seine Politik um 180 Grad ändern wird.